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Foodblog aus Münster - saisonale und regionale Rezepte

KITCHEN-Talk – Bioprodukte & regionale Lebensmittel

7. Juni 2020 · In: Uncategorized

Das Thema Bio, saisonale Produkte von lokalen Erzeugern, die Bedingungen in der Tierhaltung und verschiedene Ernährungsformen beschäftigen mittlerweile viele von uns. In meiner neuen Beitragsreihe KITCHEN-Talk beschäftige ich mich mit all diesen Themen, führe spannende Interviews und versuche ein klein bisschen Überblick über die Welt der Ernährung zu geben.

In meinem ersten Beitrag treffe ich Annika Ahlers, Landwirtin und Gründerin der Bauernbox. Kennengelernt haben wir uns auf einer Veranstaltung des WLV [Westfälisch-Lippischer-Landwirtschaftsverband], wo wir beide einen Vortrag gehalten haben. In meinem Interview stelle ich Annika Fragen rund um regionale Produkte, das Thema Bio und natürlich möchte ich mehr über ihr Projekt – Anni’s Bauernbox – erfahren.

Liebe Annika, stell dich gerne an dieser Stelle einmal kurz den Lesern vor. Wer bist du und was machst du so?

Ich bin die Anni aus der Bauernbox, 25 Jahre alt & ausgebildete Landwirtin mit großer Vision: Landwirtschaft erleben vor Ort und auf dem Teller.
Mein Lebenslauf: von den Pumps in die Gummistiefel (ab und an auch wieder zurück) Was mache ich? Ich habe die Bauernbox gegründet um die tollen, regionalen Lebensmittel direkt vom Bauern zu bündeln und nachhaltig, direkt in der Stadt zu verteilen. Quasi ein großer online Hofladen, die Regale gefüllt von den Bauern der Region.  Und nebenbei arbeite ich leidenschaftlich gern im Kuhstall, am liebsten direkt bei meiner Lieblingskuh Ocker.

Wie kam es, dass du Landwirtin geworden bist? Hat dich der Beruf schon in deiner Kindheit fasziniert?

Ich bin Landwirtin geworden auf Umwegen, wortwörtlich, denn ich kam dazu durch mein Auslandsjahr in Arizona, USA. Santiago (72-jähriger aus einem Indianer Stamm der Canyons) lehrte mir Bewusstsein für Umwelt, Tier und Nahrung. Das nahm ich mit nach Deutschland und wollte genau das vertiefen und vor allem diese Berufung beruflich verfolgen! Oma, die spielt auch eine entscheidende Rolle für den Weg in die Landwirtschaft denn bei Oma und Opa auf dem Betrieb, war ich damals als Kind super oft und auch gern.

Als Konsument sieht man viele Berichte und Reportagen über die Erzeugung von Lebensmitteln. Ich möchte mit dir gerne über das Thema Bio reden. Worauf sollte ich als Verbraucher beim Kauf von Obst und Gemüse achten?

Thema Bio, worauf sollte ich achten beim Einkauf. Danke für die großartige Frage 🙂 Ich empfehle auf absolute Transparenz zu achten, optimal ist es direkt da einzukaufen wo es „herkommt“ beim Bauern selbst. Oder aber mindestens, wenn der produzierende Landwirt auf der Verpackung genannt wird. Ob Bio-Qualität oder nicht finde ich nicht entscheidend, ich entscheide individuell und nach dem wie es produziert und vor allem wo es produziert wurde. Bio Äpfel aus Ägypten oder Äpfel direkt aus Münster vom Bauern, der mir zeigt, wo mein Obst wächst? Da greif ich auf jeden Fall zum regionalen, transparenten Angebot! Wir haben strenge Kontrollen im Konventionellen und im Bio Bereich, gut ausgebildete Landwirte, da vertraue ich voll das ich in beiden sparten sehr gute Lebensmittel bekomme!

Man hört oft, dass nicht wirklich alles Bio ist, was mit Bio gekennzeichnet ist. Ich gehe beim Kauf meiner Lebensmittel davon aus, dass gekennzeichnete Produkte aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen. Aber da gibt es so viele unterschiedliche Siegel und Bio-Zeichen. Worauf achtest du bei dem Kauf deiner Lebensmittel? Gibt es ein Siegel, wo wirklich die Erzeugung hinter steckt, die man bei Bio erwartet?

Deinen Eindruck kann ich nur bestätigen, mich verwirren die ganzen Siegel auch sehr. Jedes hat individuelle Vorgaben an die Produzenten, eigenen Kontrollmechanismen, Kontrollrhythmen, etc. Da gibt es kein Richtig oder Falsch auch hier würde ich wieder so entscheiden wie in der Antwort davor beschrieben, es bedarf einer individuellen Kaufentscheidung.

Welches Obst und Gemüse darf in deinem Vorrat nicht fehlen?

In meinem Obstkorb dürfen Äpfel nicht fehlen und Gemüse ist sehr saisonal aber was ich liebe ist Spinat und Kartoffeln, wenn keine Saison ist auch TK und Lagerware aus Deutschland ist da sensationell gut!

Insbesondere über die Haltung von Tieren bekommen wir viele verschiedene Szenen im Fernsehen gezeigt. Worauf muss ich beim Kauf von gutem Fleisch achten? Von welchen Produkten sollte ich lieber die Finger lassen – Stichwort Haltungskompass?

Tierhaltung eine große ethische Diskussion, die sein muss, darf und absolut nachvollziehbar ist meiner Meinung nach. Ein viel besagter Kundenwunsch „von glücklichen Tieren“, doch wann sind Tiere glücklich? Diese Frage kann selbst wissenschaftlich nicht eindeutig belegt werden. Das Verhalten, die Gesundheit ist die Sprache des Tieres, die lernt man in der landwirtschaftlichen Ausbildung zu verstehen, Tierindividuell zu beobachten, zu reagieren und zu verbessern man bildet ein Gespür dafür aus. Ich habe verschiedene Tierhaltungsansätze kennenlernen dürfen, in diesem Bereich wird auch viel geforscht, was ist das Beste?  Das sieht man dem einzelnen Tier an! Sind die Tiere fit, gesund? Wie reagieren sie auf den Bauern, wie geht er mit denen um? Das sind meine Kaufkriterien also auch hier Transparent und individuell. Abgesehen davon esse ich seit 13 Jahren kein Fleisch, meine Begründung ist meine emotionale Bindung zu Tieren, doch ich kann ebenso verstehen wenn Fleisch zur Ernährung dazu gehört und dadurch entwickelt sich mein Anspruch da die Kette so transparent wie möglich herzustellen.

Was würdest du uns noch zum Thema Bio-Lebensmittel mit auf den Weg geben wollen?

Mit auf den Weg geben möchte ich unbedingt zu hinterfragen; Wo kommt mein Essen her? Wo möchte ich, das es herkommt? Frag den Landwirt aus der Nachbarschaft, schau dir mal einen Betrieb vor Ort an und entscheide Produktindividuell was du einkaufst, das Gesicht des Landwirts ist das Beste Siegel! Ich bin auch immer offen für alle Fragen, die dir auf dem Herzen liegen, denk dran! Es gibt keine dummen Fragen!

Du bist die Gründerin von – Anni’s Bauernbox – und hast damit den großen Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Deine Kunden können genau sehen, von welchen regionalen Erzeugern im Umkreis von 50km rund um Münster ihre Lebensmittel stammen. Erzähl uns doch einmal was hinter der Idee der Bauernbox steckt und wie es dazu kam.

In Frage eins schon kurz beschrieben die Bauernbox. Meine Gründung aus Leidenschaft. Wege kürzen und regionale Nahversorgung sichern durch die Bauern aus der Region. Das Gesamte Angebot der Region packen wir in eine Box, d.h. du kannst bei aktuell 16 verschiedenen Bauern in der Box Lebensmittel einkaufen und bekommst dann deinen gesamten Einkauf in einer Pfand-Box mit der Leeze bis vor deiner Haustür in PLZ 481… oder in unsere Abholstellen: Boxenstops in der Innenstadt von Münster. Das spart Wege, schont die Umwelt und schafft die Wertschöpfung direkt zum Bauern. Durch die Bestellung online 48h vor Lieferung wird auch nur das geerntet oder produziert was bestellt wurde, das schont die Ressourcen und mindert die Lebensmittelverschwendung. www.bauernbox.com

Hast du Pläne und Ziele, beruflich mit der Bauernbox und auch privat, von denen du uns noch berichten magst?

Pläne und Ziele, mein Lieblingsthema den die sind riesig. Allen in allem kann man sagen, dass ich erklären möchte (Selbsternannter Erklärbauer bin ich ja schon ;)), ich möchte einen Bauernhof schaffen auf dem sich jeder, jederzeit willkommen fühlt und erleben und genießen kann. Von dem Acker auf den Teller! Die ersten Schritte sind gegangen wir haben einen passenden Ort dafür gefunden in Hiltrup – Zur hohen Ward 3. Der nächste Stepp ist ein Erlebnis Angebot im Rahmen der Bauernhofpädagogik und der weitere Schritt ist die Bauernbox vor Ort – ein Hofladen mit unserem Bauernbox Lebensmittel Angebot und einer Projektküche sowie einem Tierischen Bauernhof zum Entdecken und vor allem zum „Erden“. Puh jetzt hab ich hier doch mehr ausgeholt als gedacht, doch hier geh ich drin auf und das wollte ich euch nicht vorenthalten denn ich freu mich wenn ihr mich auf den Stepps begleitet, dabei seid und vor allem das Angebot gerne wahrnehmt 🙂


Natürlich können wir hiermit nicht alle Fragen rund um das Thema Bio und regionale Produkte klären. Dieses Interview soll aber der Start einer spannenden und wissenswerten Beitragsreihe hier auf dem Blog werden. Herzlichen Dank an Annika, für das tolle Interview und das du dir die Zeit hierfür genommen hast. Schreibt gerne eure Fragen oder Themenwünsche in die Kommentare, für den nächsten Beitrag 🙂 Eure Genevieve


Anni’s Lieblingsrezepte

Fotos: © WDRMelanie Grande;

By: Genevieve · In: Uncategorized · Tagged: Annika Ahlers, Annis Bauernbox, Bio, Bioprodukte, Interview Annika Ahlers, Kitchentalk

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Menge: 1-2 Portionen
 
Zutaten:
120 g Glasnudeln
80 g TK-Erbsen
½ Salatgurke
1 Möhre
½ rote Paprika
1–2 Frühlingszwiebeln
1 Handvoll Erdnüsse
1 Handvoll frischer Koriander
Optional: 1 Handvoll Sprossen
 
Dressing:
3 EL Sojasoße
2 EL Sesamöl
1½ EL Reisessig
1 EL Ahornsirup
1 TL BioLotta Umami-Gewürz
1 TL Erdnussmus
1 TL frisch geriebener Ingwer
1 kleine Knoblauchzehe
 
Die Glasnudeln in heißem, nicht kochendem Wasser 5–8 Minuten einweichen und abgießen. Die Erbsen 1–2 Minuten blanchieren und unter kaltem Wasser abschrecken. Die Gurke entkernen und in richtig feine Streifen schneiden. Die Möhre schälen und mit der Paprika ebenfalls richtig fein schneiden.

Für das Dressing den Ingwer und Knoblauch reiben. Mit allen Zutaten zusammen verrühren. Das Dressing mit den Nudeln und dem Gemüse vermengen und etwa 15 Minuten durchziehen lassen. Für die Arbeit: Dressing separat mitnehmen und kurz vor der Mittagspause unterrühren.
 
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Dressing:
1 TL Dijon-Senf
1 TL Honig
1 EL Apfelessig
2 TL Walnuss- oder Rapsöl
Salz & Pfeffer
 
Die Rote Bete würfeln und mit den gekochten Linsen in eine Schüssel geben. Die Zutaten für das Dressing verrühren und unterheben. Den Feldsalat waschen und trockenschleudern. 

Das Rindfleisch in feine Scheiben schneiden und kurz in einer Pfanne mit etwas Öl anbraten. Optional: Das Rindfleisch am Stück anbraten und danach in Streifen schneiden. Alle Zutaten separat voneinander in eine Lunchbox füllen und am Arbeitstag miteinander anrichten.
 
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