Es gibt Zutaten, die eine Jahreszeit sofort erkennbar machen, Rhabarber gehört für mich ganz klar dazu. Sobald die ersten Stangen auf dem Wochenmarkt angeboten werden, beginnt eine Zeit, in der einfache Rezepte wieder besonders gut schmecken. Rhabarber bringt eine ganz eigene Frische mit. Er ist leicht säuerlich, nicht zu süß und genau das macht ihn so spannend in der Küche. In diesen Muffins trifft er auf eine feine Vanillenote und knusprige Streusel.


Wissenswertes über Rhabarber
Auch wenn Rhabarber oft wie Obst verwendet wird, gehört er botanisch gesehen zu den Gemüsesorten. Sein charakteristischer Geschmack entsteht durch die enthaltenen Fruchtsäuren, sie sorgen für die frische, leicht herbe Note. Die klassische Rhabarberzeit beginnt im Frühling und endet traditionell am 24. Juni (Johannistag). Danach steigt der Gehalt an Oxalsäure, weshalb er meist nicht mehr geerntet wird. Gerade diese begrenzte Saison macht Rhabarber so besonders, er ist kein Alltagsprodukt des ganzen Jahres, sondern eine echte Frühlingszutat.
Grüner oder roter Rhabarber – gibt es Unterschiede?
Ja, und zwar nicht nur optisch:
- Roter Rhabarber ist meist milder und etwas süßer
- Grüner Rhabarber hat eine intensivere Säure
Für die Muffins eignen sich beide Varianten, je nach Geschmack kann man die Süße im Rezept leicht anpassen. Durch seinen hohen Wassergehalt bleiben die Muffins besonders weich und trocknen nicht so schnell aus. Gleichzeitig sorgt die Säure dafür, dass sie nicht zu schwer wirken. In Kombination mit Vanille entsteht ein sehr harmonisches Geschmacksbild. Damit der Rhabarber sein volles Aroma entfalten kann, lohnt sich ein kleiner Zwischenschritt: Die Stücke werden vor dem Backen leicht gezuckert und kurz ziehen gelassen. Dadurch wird die Säure etwas abgemildert und der Rhabarber wird beim Backen besonders saftig.
So bleiben die Muffins lange frisch
Rhabarber hilft von Natur aus dabei, dass die Muffins nicht austrocknen. Mit ein paar zusätzlichen Tipps bleiben sie besonders lange frisch: luftdicht lagern, vollständig auskühlen lassen, nicht zu lange backen. So behalten sie ihre weiche Textur auch am nächsten Tag.

Rhabarbermuffins mit knusprigen Streuseln
Zutaten
Für den Teig
- 250 g Mehl
- 120 g Zucker
- 1 TL Backpulver
- 1/2 TL Natron
- 1 Prise Salz
- 2 Eier
- 100 ml Öl (neutral)
- 150 g Joghurt
- 1/2 Vanilleschote/Mark
Für den Rhabarber
- 250 g Rhabarber
- 2 EL Zucker
Für die Füllung
- 150 g Mascarpone
- 2 EL Puderzucker
- etwas Vanille
Für die Streusel
- 120 g Mehl
- 80 g Zucker
- 80 g kalte Butter
- 1 Prise Salz
Anleitungen
- Den Rhabarber in kleine Stücke schneiden und mit Zucker vermengen. Kurz ziehen lassen, damit er etwas Saft abgibt. Für die Streusel Mehl, Zucker, Butter und Salz zwischen den Fingern zu groben Streuseln verarbeiten und kaltstellen.
- Für den Teig alle trockenen Zutaten vermischen. Eier, Öl, Joghurt und Vanille verrühren und kurz unterheben – der Teig sollte nur so lange gemischt werden, bis alles verbunden ist.
- Für die Füllung Mascarpone, Puderzucker und Vanille glattrühren. Nun die Muffinförmchen zu etwa einem Drittel mit Teig füllen. Einen Teelöffel der Füllung in die Mitte setzen, etwas Rhabarber darauf geben und mit weiterem Teig bedecken. Zum Schluss die Streusel großzügig darauf verteilen.
- Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 20–25 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind.
Wenn ihr Rhabarber gerne mögt, könnt ihr ihn vielseitig einsetzen: von klassischen Kuchen bis hin zu modernen, herzhaften Gerichten oder sogar fermentiert. So lässt sich die Saison ganz unterschiedlich genießen. Rhabarbermuffins sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie einfach und gleichzeitig besonders saisonale Küche sein kann. Die frische Säure des Rhabarbers, die feine Vanille und die knusprigen Streusel ergänzen sich zu einem Gebäck, das leicht wirkt und trotzdem viel Geschmack mitbringt.
Rezept ausprobiert?
Ich würde mich über dein Feedback zu meinem Rezept unten in den Kommentaren sehr freuen. Hast du das Rezept vielleicht sogar abgewandelt oder eine zusätzliche Idee? Teile sie gerne mit mir und den anderen Leserinnen und Lesern.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Ausprobieren, Deine Genevieve





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