Wer mag sie nicht? Hühnersuppe ist ein echtes Wohlfühlgericht und schmeckt nicht nur in der Erkältungszeit richtig gut. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Varianten der Zubereitung und jede Familie hat ihre eigenen Geheimzutaten oder Kniffe dabei. Hier zeige ich euch eine klassische deutsche Hühnersuppe und eine japanisch inspirierte Umami-Brühe mit Kombu.


Es gibt Gerichte, die brauchen keine große Erklärung. Eine kräftige Hühnersuppe gehört dazu. Sie ist Trostspender, Sonntagsessen, Erkältungsbegleiter und manchmal einfach nur das, wonach wir uns sehnen, wenn draußen alles grau ist. Wenn ein großer Topf leise vor sich hin köchelt und die Küche langsam nach Brühe, Gemüse und Wärme duftet, entsteht etwas ganz Wunderbares.
Dieses Mal entscheiden wir uns nicht für eine einzige Variante, sondern kochen zwei große Töpfe mit jeweils unterschiedlicher aromatischer Tiefe. Aus einem Suppenhuhn entstehen zwei völlig unterschiedliche Charaktere: eine klassische deutsche Hühnersuppe und eine japanisch inspirierte Version mit Kombu und Shiitake.
Die klassische deutsche Hühnersuppe
Die deutsche Variante ist vielleicht die, die wir zuerst im Kopf haben. Eine klare, goldene Brühe, feine Nudeln und zartes Hühnerfleisch. Sie wirkt schlicht, aber genau darin liegt ihre Stärke. Die verschiedenen Varianten der Einlagen, wie beispielsweise Eierstich oder Klößchen variieren je nach persönlichen Vorlieben.
Wir setzen das halbe Suppenhuhn mit kaltem Wasser an. Dieser Moment ist wichtig, denn nur wenn wir langsam starten, kann sich das Aroma richtig entfalten. Während das Wasser allmählich heiß wird, steigen Eiweißpartikel an die Oberfläche. Wir schöpfen sie sorgfältig ab. Das ist einer der kleinen Schritte, die später den Unterschied machen und für eine klare Brühe sorgen.

Klassische deutsche Hühnersuppe
Zutaten
Für die Brühe
- 1/2 großes Suppenhuhn
- 3 l kaltes Wasser
- 1 große Zwiebel mit Schale
- 2 Möhren
- 2 Stangensellerie
- 1 Lauchstange
- 1 Petersilienwurzel
- 2 Lorbeerblätter
- 5 Pfefferkörner
- Salz nach Geschmack
Für die Einlage
- 80-100 g Fadennudeln
- 1 Möhre
- Etwas Lauch
- Frische Petersilie
- Optional: Eierstich oder Klößchen
Anleitungen
- Das Suppenhuhn gut waschen und trocken tupfen. Das Huhn mit dem kalten Wasser in einem großen Topf ansetzen und alles langsam erhitzen. Den aufsteigenden Schaum sorgfältig abschöpfen, damit die Brühe klar bleibt.
- Das Gemüse gut putzen oder waschen. In grobe Stücke schneiden. Die Zwiebel halbieren und die Schnittflächen in einer Pfanne oder Topf in etwas Öl goldbraun anrösten. Das vorbereitete Gemüse und die Gewürze zu dem Huhn in den Topf geben.
- Die Suppe nun 1,5 bis 2 Stunden sanft simmern lassen, nicht sprudelnd kochen. Zwischendurch immer mal wieder Schaum abschöpfen, falls vorhanden.
- Für die Einlage das Gemüse sehr fein schneiden und mit den Fadennudeln in einem kleinen Topf vorkochen. Frische Petersilie hacken für das spätere Anrichten der Suppe auf Tellern.
- Das Suppenhuhn nach der Kochzeit vorsichtig aus dem Topf holen und auf einem Teller abkühlen lassen. Die Brühe durch ein feines Sieb abseihen. Das Fleisch von den Knochen lösen, in mundgerechte Stücke schneiden oder zupfen und es zurück in die Brühe geben. Nun die Einlage zugeben und die Suppe nochmals erwärmen, falls nötig.
- Die Hühnersuppe auf Tellern servieren und mit etwas frischer Petersilie bestreuen und anrichten.
Die japanisch inspirierte Hühnersuppe
Die zweite Variante beginnt ähnlich, aber sie nimmt eine andere Richtung. Hier geht es weniger um Süße und Wärme, sondern um Tiefe und Länge im Geschmack. Wir möchten einen tiefen Umami-Geschmack in unsere Hühnersuppe bringen.
Bevor wir das Huhn ins Wasser geben, legen wir Kombu und getrocknete Shiitake hinein. Sie dürfen in Ruhe im kalten Wasser ziehen. Schon hier beginnt sich Geschmack aufzubauen. Wenn wir das Huhn hinzufügen und alles langsam erhitzen, verbinden sich die Aromen. Kurz bevor das Wasser kocht, nehmen wir den Kombu wieder heraus. So bleibt die Brühe fein und klar, ohne Bitterkeit. Die Shiitake dürfen bleiben und geben ihre erdige Tiefe weiter. Ein paar Scheiben frischer Ingwer bringen eine sanfte Wärme hinein, die nicht scharf ist, sondern eher belebend. dazu, um die Balance zu runden.

Japanisch inspirierte Hühnersuppe mit Kombu & Umami
Zutaten
Für die Brühe
- 1/2 großes Suppenhuhn
- 3 l kaltes Wasser
- 1 Stück Kombu (ca. 5 × 5 cm)
- 4 getrocknete Shiitake
- 2 Möhren
- 1 Lauch
- 1/2 Pastinake
- 2 Stangensellerie
- 3-4 Scheiben frischer Ingwer
- 1 1 Zwiebel
- 1-2 EL helle Sojasoße
- 1 TL Mirin
- Salz nach Bedarf
Für die Einlage
- 80-100 Ramennudeln
- 1 Möhre
- 2 Frühlingszwiebeln
Anleitungen
- Kombu und Shiitake zunächst in einen großen Topf mit dem kalten Wasser legen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Das Suppenhuhn hinzugeben und alles langsam erhitzen. Den aufsteigenden Schaum gut abschöpfen, damit die Brühe klar bleibt. Bevor die Suppe beginnt zu köcheln die Kombu-Alge entfernen.
- Das Gemüse gut putzen oder waschen. In grobe Stücke schneiden. Die Zwiebel halbieren und die Schnittflächen in einer Pfanne oder Topf in etwas Öl goldbraun anrösten. Das vorbereitete Gemüse und die Gewürze zu dem Huhn in den Topf geben.
- Die Suppe nun 1,5 bis 2 Stunden sanft simmern lassen, nicht sprudelnd kochen. Zwischendurch immer mal wieder Schaum abschöpfen, falls vorhanden.
- Für die Einlage die Möhre sehr fein würfeln und die Frühlingszwiebeln schräg und ebenfalls fein hacken. Die Petersilie fein hacken.
- Das Suppenhuhn nach der Kochzeit vorsichtig aus dem Topf holen und auf einem Teller abkühlen lassen. Die Brühe durch ein feines Sieb abseihen. Das Fleisch von den Knochen lösen, in mundgerechte Stücke schneiden oder zupfen und es zurück in die Brühe geben. Die Suppe mit Sojasoße, Mirin und Salz abschmecken.
- Nun die feinen Möhrenwürfel als Einlage zugeben und die Suppe nochmals erwärmen, um die Möhrenwürfel zu garen. Die Hühnersuppe auf Tellern servieren und mit etwas frischer Petersilie und Frühlingszwiebeln bestreuen und anrichten.
Rezept ausprobiert?
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